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Und wieder beginnt ein neues Jahr – und ich bin daran zu planen, zu studieren und zu überlegen. Und wie jedes Jahr habe ich mir wiederum meine vielen Web-Zeitschriften vorgenommen. Durchblättern, verweilen, träumen und das eine oder andere Gewebe schon einmal konkret zu planen – dies  ist eine meiner liebsten Januar–Beschäftigungen. Die Bilder, Ideen und Anregungen darin setzen in mir etwas in Bewegung.

  • So etwas ähnliches könnte ich ja auch machen, doch anderes Material – andere Farben , oder ... und dann bin ich mitten im Planen und dann sehe ich schliesslich das fertige Gewebe konkret vor mir – und ich muss es nur noch ausführen.
  • Ja, und wie wäre es nun mit einer anderen Bindung, anderem Material ...

So vertreibe ich mir die langen dunklen Abende und kann es dann kaum erwarten, das eine oder andere zu weben, sobald der entsprechende Webstuhl leer ist. Im Laufe des Jahres entsteht so einiges davon, anderes bleibt auf der „Wunschliste“, denn je älter ich werde, umso mehr rennt mir die Zeit davon und umso weniger bringe ich rein.
Interessiert es euch, was im Moment auf meinen Webstühlen ist? Auf dem Hollandia webe ich immer noch Sitzmatten. Ich bin froh, wenn noch einige Körbe mit Schussmaterial leer werden, damit es etwas Platz gibt – und das Lager hat sich vor Weihnachten auch gelichtet.
Auf einem Spring ist eine Frühlings - Handtuchkette und auf dem anderen webe ich bestellte Servietten. 
Morgen werde ich eine ganz dunkle Handtuchkette aufbäumen auf meinem Megado, um darauf die beiden Handtücher für die Damastausstellung in Waalre (Holland) nächsten Frühling zu weben. Schon lange begleitet mich dieses Projekt und ich freue mich darauf, es nun in Angriff zu nehmen. Die Anspannung ist sehr gross. Ob es so wird, wie ich es mir vorstelle? 
Ihr seht – es wird mir noch nicht langweilig.

Das Buch über Latvian Weaving steht schon seit längerer Zeit in meinem Regal ohne dass ich dazu gekommen war, es durchzuarbeiten. Da es in Englisch geschrieben ist und ich diese Sprache nur schlecht beherrsche, liess ich es immer stehen. Es war mir schlicht zu mühsam es mit Hilfe eines Wörterbuches in Angriff zu nehmen .... bis ich mich dann doch dazu durchgerungen habe. 
Schon beim ersten Durchblättern stachen mir die Wiedergaben der vielen Peg Plans aus P. Vilumsons Buch: "Thursday morning" in die Augen. Wie wohl das Bindungsbild aussehen wird? Ich tippte sie alle in mein Webprogramm ein um das herauszufinden. Schon bald fielen mir die zum Teil recht langen Flottierungen auf, was mich dann dazu bewog, die Bindungen zu verändern und umzuzeichnen. So entstanden aus jedem gegebenen Peg Plan mehrere Variationen. 
Selbstverständlich wollte ich all diese Muster nun auch gewoben sehen und ich schärte mir eine Musterkette. Ich verwendete dazu Cottolin, das Material mit welchem ich meistens arbeite. Ich habe da sehr viele Farben zur Verfügung und ich kann es gut mit 10F/cm verarbeiten. Mit dieser Dichte ist das Bindungsbild gut erkennbar. 
Wie gross war meine Überraschung, als ich feststellte, dass die mir zu lang erscheinenden Flottierungen überhaupt nicht störten, sondern damit ein beinahe dreidimensionales Gewebebild entstand. Andere Bindungsmuster, die ich auf dem Papier recht ansprechend empfunden hatte, erwiesen sich in der Ausführung als zu flach, unstrukturiert und nichts sagend.

Ich bin immer noch an der Arbeit und es fasziniert mich je länger je mehr. Vilumson soll mehrere Sammlungen gestaltet haben .........

Eine wunderschöne Woche auf einer Schäreninsel in Åland liegt hinter mir. Zusammen mit vier Webfreundinnen haben wir Wolle gesponnen, Birkenrindenkörbe geflochten, Flachs zum Spinnen vorbereitet und dann gesponnen. Daneben haben wir viel gelacht und Wissen und Tipps ausgetauscht. Schon seit einiger Zeit treffen wir fünf Frauen (aus Åland, Holland, Deutschland und ich aus der Schweiz) uns zum gemeinsamen Weiterlernen und das macht viel Spass und bringt uns allen sehr viel. Im letzten Februar beschäftigten wir uns in Ost - Friesland mit dem Weben von Kuvikas. Letzten Monat hatte uns Maj nach Åland in ihr Sommerhaus eingeladen. Von Mariehamn, der Hauptort von Åland aus, fuhren wir mit dem Auto durch die einzigartige Landschaft. Nach dem Überqueren eines kleinen Meeresarmes mit derSchäreninsel Fähre und einer kurzen Fahrt durch den Wald, hiess es das Auto parkieren und ins Motorboot umsteigen. Nach einer 20 minütigen Bootsfahrt waren wir am Ziel in Bergö. Das Sommerhaus, liegt leicht erhöht oberhalb des Ufers, allein auf weiter Flur, ohne fliessendes Wasser. Strom gibt es erst seitdem Solarpanels installiert sind. Aber es ist traumhaft dort, allein inmitten der Natur. Überall die schönen rund geschliffenen Granitfelsen, all die Flechten und Moose, Blumen in Hülle und Fülle ; ein Stück echte lebendige Natur. Noch lange werde ich an diese Woche zurück denken!

So langsam habe ich mich nun auch wieder an den Alltag gewöhnt, obwohl mir das Wetter doch noch etwas Mühe machte. Aber nun soll es ja wärmer und schöner werden und darauf freue ich mich.
Wir weilten diesen Frühling während einiger Zeit im Süden Frankreichs. Nein, nein – es war auch hier nicht immer schön. Wir hatten auch regnerische und windige Wochen. Und da ich nicht immer nur lesen konnte – obwohl das eine Leidenschaft von mir ist – hatte ich vorsorglich meinen Inkle Loom mitgenommen und Staudiegels Bücher über das Double Face Kartenweben. 

Diese Technik war mir bis jetzt fremd, ich hatte mich eigentlich überhaupt noch nie damit beschäftigt. Bis jetzt hatte ich immer mit der Schnnurtechnik gearbeitet, doch dass mit Double Face eigene ornamentale Muster gewoben werden können, das fasziniert mich. Am Anfang harzte es sehr. Zwei „Päckli“ Karten mussten, jedes 2 Mal zurück und 2 mal nach vorn gedreht werden jedoch immer in der entgegen gesetzten Richtung – und die Randkarten dagegen immer in derselben Richtung  Dabei wechseln die Karten immer nach 2 Schüssen ihren Platz. Ja, es war nicht einfach. Doch mit der Zeit fand ich den Dreh mit den richtigen „Eselsleitern“ heraus und nun fasziniert es mich je länger je mehr. 

Meine ersten Versuche mit Karen zu weben liegen fast 50 Jahre zurück Ich begegnete dieser Technik damals im „Werkbuch für Mädchen“ von Gertrud Zechlin und schnitt mir die ersten Karten aus alten Heftdeckeln. Für die Löcher hatte ich einen Locher und obwohl so nicht alle Karten genau identisch wurden – es ging. Für den Verschluss einer selbst gestrickten Jacke wob ich mir ein passendes Band und war mächtig stolz etwas geschafft zu haben, was man damals kaum mehr sah.

Wenn ich heute Abbildungen mit Bändern, die vor hunderten von Jahren entstanden sind, sehe, komme ich aus dem Staunen nicht heraus. Was mit feinsten Fäden, meist Seide, da geschaffen wurde ist wirklich einmalig und einzigartig! 

Doch ich lasse mich nicht entmutigen und bleibe weiterhin dran!

Es gibt Momente, da habe ich so viele, dass ich kaum dazu komme, diese auszuführen – und manchmal ist mein Kopf, bin ich, so leer, dass mir einfach keine neue Aufgabe in den Sinn kommt. In diesen Momenten bin ich froh um meine grosse Web-Bibliothek. Darin blättern, vertraute und vergessene Vorschläge anschauen, in mich hinein horchen – und früher oder später weiss ich, was ich anpacken möchte.
Und da wären dann ja noch alle die Zeitschriften der letzten 20 Jahre! Was sich da wohl für ein Schatz verbirgt, der meiner aktuellen Erinnerung abhanden gekommen ist? Aber wenn ich etwas Bestimmtes suche – ja dann habe ich meist keine Lust alle die vielen Hefte durchzublättern.
Nun habe ich damit begonnen, mich gezielt an diese Aufgabe zu machen und auch die englische Zeitschrift gründlich „durchzuackern“. Da meine Englischkenntnisse sehr klein sind, bin ich froh um die Hilfe von „Leo“ oder dem „Google – Übersetzer“. Wenn auch die Sprache meist holperig ist oder die Fachbegriffe ungenau übersetzt werden, hilft es mir sehr. Ich habe nun begonnen ein ausführliches Inhaltsverzeichnis mit Bildern und Stichworten anzulegen um dann beim Suchen besser und schneller ans Ziel zu kommen. Und dabei komme ich mir reich beschenkt vor. Ich finde einen riesigen Schatz an Ideen und Tipps und Beispielen, welche ich überlesen hatte oder die meinem Gedächtnis entfallen sind.

Ich komme sehr sehr langsam voran – aber was macht das schon! Hauptsache es macht mir Spass und hilft mir dann später, einfacher zu finden was ich suche.

Und wiederum hat ein neues Jahr begonnen – und ich bin wieder am Weben. In meinem Lager sind doch einige Lücken entstanden, sei es durch Geschenke oder Verkäufe. Schön – denn das bedeutet, dass ich wieder weben kann und darf  Nur für die Regale oder den Schrank zu arbeiten ist halt doch nicht das, was ich möchte. Mich freut es, wenn andere meine Arbeiten schön und brauchbar finden.

Im nächsten Frühling planen wir noch einmal Ferien am Mittelmeer. Als Vorbereitung habe ich mir die Fotobücher, welche ich in vergangenen Jahren gestaltet habe, angeschaut. Dabei bin ich wieder einmal an der unwahrscheinlichen Farbe des Meeres hängen geblieben. Blau – grün – Türkis! Und alle diese Töne nahe beieinander, nebeneinander. Und dabei die leichte Bewegung, das Kräuseln der Oberfläche. Einfach schön!
Auf meinem Megado habe ich im Moment die farblich entsprechende Kette aufgezogen. Wie immer dient sie mir wie ein Instrument, auf dem ich verschiedene Melodien spielen kann. Jedes Handtuch gestalte ich anders, sei es in Material, Farbwahl oder Musterung. Ich verwende dazu einen 5- schäftigen Atlas mit 6 Stichen. Es fasziniert mich immer wieder, wie unendlich viele Musterungen damit möglich sind. So wirkt jedes Tuch wieder total anders – und das Entwerfen und Ausführen meiner Ideen ist das, was mir soviel Freude bereitet.
Die halbe Kette ist bereits abgewebt und ich Gedanken beginne ich mich schon langsam mit der nächsten zu befassen. Es wird die Umsetzung eines Klee – Bildes sein.

Und wieder beginnt ein neues Jahr – und ich bin daran zu planen, zu studieren und zu überlegen. Und wie jedes Jahr habe ich mir wiederum meine vielen Web-Zeitschriften vorgenommen. Durchblättern, verweilen, träumen und das eine oder andere Gewebe schon einmal konkret zu planen – dies  ist eine meiner liebsten Januar–Beschäftigungen. Die Bilder, Ideen und Anregungen darin setzen in mir etwas in Bewegung.

  • So etwas ähnliches könnte ich ja auch machen, doch anderes Material – andere Farben , oder ... und dann bin ich mitten im Planen und dann sehe ich schliesslich das fertige Gewebe konkret vor mir – und ich muss es nur noch ausführen.
  • Ja, und wie wäre es nun mit einer anderen Bindung, anderem Material ...

So vertreibe ich mir die langen dunklen Abende und kann es dann kaum erwarten, das eine oder andere zu weben, sobald der entsprechende Webstuhl leer ist. Im Laufe des Jahres entsteht so einiges davon, anderes bleibt auf der „Wunschliste“, denn je älter ich werde, umso mehr rennt mir die Zeit davon und umso weniger bringe ich rein.
Interessiert es euch, was im Moment auf meinen Webstühlen ist? Auf dem Hollandia webe ich immer noch Sitzmatten. Ich bin froh, wenn noch einige Körbe mit Schussmaterial leer werden, damit es etwas Platz gibt – und das Lager hat sich vor Weihnachten auch gelichtet.
Auf einem Spring ist eine Frühlings - Handtuchkette und auf dem anderen webe ich bestellte Servietten. 
Morgen werde ich eine ganz dunkle Handtuchkette aufbäumen auf meinem Megado, um darauf die beiden Handtücher für die Damastausstellung in Waalre (Holland) nächsten Frühling zu weben. Schon lange begleitet mich dieses Projekt und ich freue mich darauf, es nun in Angriff zu nehmen. Die Anspannung ist sehr gross. Ob es so wird, wie ich es mir vorstelle? 
Ihr seht – es wird mir noch nicht langweilig.

Das Buch über Latvian Weaving steht schon seit längerer Zeit in meinem Regal ohne dass ich dazu gekommen war, es durchzuarbeiten. Da es in Englisch geschrieben ist und ich diese Sprache nur schlecht beherrsche, liess ich es immer stehen. Es war mir schlicht zu mühsam es mit Hilfe eines Wörterbuches in Angriff zu nehmen .... bis ich mich dann doch dazu durchgerungen habe. 
Schon beim ersten Durchblättern stachen mir die Wiedergaben der vielen Peg Plans aus P. Vilumsons Buch: "Thursday morning" in die Augen. Wie wohl das Bindungsbild aussehen wird? Ich tippte sie alle in mein Webprogramm ein um das herauszufinden. Schon bald fielen mir die zum Teil recht langen Flottierungen auf, was mich dann dazu bewog, die Bindungen zu verändern und umzuzeichnen. So entstanden aus jedem gegebenen Peg Plan mehrere Variationen. 
Selbstverständlich wollte ich all diese Muster nun auch gewoben sehen und ich schärte mir eine Musterkette. Ich verwendete dazu Cottolin, das Material mit welchem ich meistens arbeite. Ich habe da sehr viele Farben zur Verfügung und ich kann es gut mit 10F/cm verarbeiten. Mit dieser Dichte ist das Bindungsbild gut erkennbar. 
Wie gross war meine Überraschung, als ich feststellte, dass die mir zu lang erscheinenden Flottierungen überhaupt nicht störten, sondern damit ein beinahe dreidimensionales Gewebebild entstand. Andere Bindungsmuster, die ich auf dem Papier recht ansprechend empfunden hatte, erwiesen sich in der Ausführung als zu flach, unstrukturiert und nichts sagend.

Ich bin immer noch an der Arbeit und es fasziniert mich je länger je mehr. Vilumson soll mehrere Sammlungen gestaltet haben .........

Eine wunderschöne Woche auf einer Schäreninsel in Åland liegt hinter mir. Zusammen mit vier Webfreundinnen haben wir Wolle gesponnen, Birkenrindenkörbe geflochten, Flachs zum Spinnen vorbereitet und dann gesponnen. Daneben haben wir viel gelacht und Wissen und Tipps ausgetauscht. Schon seit einiger Zeit treffen wir fünf Frauen (aus Åland, Holland, Deutschland und ich aus der Schweiz) uns zum gemeinsamen Weiterlernen und das macht viel Spass und bringt uns allen sehr viel. Im letzten Februar beschäftigten wir uns in Ost - Friesland mit dem Weben von Kuvikas. Letzten Monat hatte uns Maj nach Åland in ihr Sommerhaus eingeladen. Von Mariehamn, der Hauptort von Åland aus, fuhren wir mit dem Auto durch die einzigartige Landschaft. Nach dem Überqueren eines kleinen Meeresarmes mit derSchäreninsel Fähre und einer kurzen Fahrt durch den Wald, hiess es das Auto parkieren und ins Motorboot umsteigen. Nach einer 20 minütigen Bootsfahrt waren wir am Ziel in Bergö. Das Sommerhaus, liegt leicht erhöht oberhalb des Ufers, allein auf weiter Flur, ohne fliessendes Wasser. Strom gibt es erst seitdem Solarpanels installiert sind. Aber es ist traumhaft dort, allein inmitten der Natur. Überall die schönen rund geschliffenen Granitfelsen, all die Flechten und Moose, Blumen in Hülle und Fülle ; ein Stück echte lebendige Natur. Noch lange werde ich an diese Woche zurück denken!

So langsam habe ich mich nun auch wieder an den Alltag gewöhnt, obwohl mir das Wetter doch noch etwas Mühe machte. Aber nun soll es ja wärmer und schöner werden und darauf freue ich mich.
Wir weilten diesen Frühling während einiger Zeit im Süden Frankreichs. Nein, nein – es war auch hier nicht immer schön. Wir hatten auch regnerische und windige Wochen. Und da ich nicht immer nur lesen konnte – obwohl das eine Leidenschaft von mir ist – hatte ich vorsorglich meinen Inkle Loom mitgenommen und Staudiegels Bücher über das Double Face Kartenweben. 

Diese Technik war mir bis jetzt fremd, ich hatte mich eigentlich überhaupt noch nie damit beschäftigt. Bis jetzt hatte ich immer mit der Schnnurtechnik gearbeitet, doch dass mit Double Face eigene ornamentale Muster gewoben werden können, das fasziniert mich. Am Anfang harzte es sehr. Zwei „Päckli“ Karten mussten, jedes 2 Mal zurück und 2 mal nach vorn gedreht werden jedoch immer in der entgegen gesetzten Richtung – und die Randkarten dagegen immer in derselben Richtung  Dabei wechseln die Karten immer nach 2 Schüssen ihren Platz. Ja, es war nicht einfach. Doch mit der Zeit fand ich den Dreh mit den richtigen „Eselsleitern“ heraus und nun fasziniert es mich je länger je mehr. 

Meine ersten Versuche mit Karen zu weben liegen fast 50 Jahre zurück Ich begegnete dieser Technik damals im „Werkbuch für Mädchen“ von Gertrud Zechlin und schnitt mir die ersten Karten aus alten Heftdeckeln. Für die Löcher hatte ich einen Locher und obwohl so nicht alle Karten genau identisch wurden – es ging. Für den Verschluss einer selbst gestrickten Jacke wob ich mir ein passendes Band und war mächtig stolz etwas geschafft zu haben, was man damals kaum mehr sah.

Wenn ich heute Abbildungen mit Bändern, die vor hunderten von Jahren entstanden sind, sehe, komme ich aus dem Staunen nicht heraus. Was mit feinsten Fäden, meist Seide, da geschaffen wurde ist wirklich einmalig und einzigartig! 

Doch ich lasse mich nicht entmutigen und bleibe weiterhin dran!

Es gibt Momente, da habe ich so viele, dass ich kaum dazu komme, diese auszuführen – und manchmal ist mein Kopf, bin ich, so leer, dass mir einfach keine neue Aufgabe in den Sinn kommt. In diesen Momenten bin ich froh um meine grosse Web-Bibliothek. Darin blättern, vertraute und vergessene Vorschläge anschauen, in mich hinein horchen – und früher oder später weiss ich, was ich anpacken möchte.
Und da wären dann ja noch alle die Zeitschriften der letzten 20 Jahre! Was sich da wohl für ein Schatz verbirgt, der meiner aktuellen Erinnerung abhanden gekommen ist? Aber wenn ich etwas Bestimmtes suche – ja dann habe ich meist keine Lust alle die vielen Hefte durchzublättern.
Nun habe ich damit begonnen, mich gezielt an diese Aufgabe zu machen und auch die englische Zeitschrift gründlich „durchzuackern“. Da meine Englischkenntnisse sehr klein sind, bin ich froh um die Hilfe von „Leo“ oder dem „Google – Übersetzer“. Wenn auch die Sprache meist holperig ist oder die Fachbegriffe ungenau übersetzt werden, hilft es mir sehr. Ich habe nun begonnen ein ausführliches Inhaltsverzeichnis mit Bildern und Stichworten anzulegen um dann beim Suchen besser und schneller ans Ziel zu kommen. Und dabei komme ich mir reich beschenkt vor. Ich finde einen riesigen Schatz an Ideen und Tipps und Beispielen, welche ich überlesen hatte oder die meinem Gedächtnis entfallen sind.

Ich komme sehr sehr langsam voran – aber was macht das schon! Hauptsache es macht mir Spass und hilft mir dann später, einfacher zu finden was ich suche.

Und wiederum hat ein neues Jahr begonnen – und ich bin wieder am Weben. In meinem Lager sind doch einige Lücken entstanden, sei es durch Geschenke oder Verkäufe. Schön – denn das bedeutet, dass ich wieder weben kann und darf  Nur für die Regale oder den Schrank zu arbeiten ist halt doch nicht das, was ich möchte. Mich freut es, wenn andere meine Arbeiten schön und brauchbar finden.

Im nächsten Frühling planen wir noch einmal Ferien am Mittelmeer. Als Vorbereitung habe ich mir die Fotobücher, welche ich in vergangenen Jahren gestaltet habe, angeschaut. Dabei bin ich wieder einmal an der unwahrscheinlichen Farbe des Meeres hängen geblieben. Blau – grün – Türkis! Und alle diese Töne nahe beieinander, nebeneinander. Und dabei die leichte Bewegung, das Kräuseln der Oberfläche. Einfach schön!
Auf meinem Megado habe ich im Moment die farblich entsprechende Kette aufgezogen. Wie immer dient sie mir wie ein Instrument, auf dem ich verschiedene Melodien spielen kann. Jedes Handtuch gestalte ich anders, sei es in Material, Farbwahl oder Musterung. Ich verwende dazu einen 5- schäftigen Atlas mit 6 Stichen. Es fasziniert mich immer wieder, wie unendlich viele Musterungen damit möglich sind. So wirkt jedes Tuch wieder total anders – und das Entwerfen und Ausführen meiner Ideen ist das, was mir soviel Freude bereitet.
Die halbe Kette ist bereits abgewebt und ich Gedanken beginne ich mich schon langsam mit der nächsten zu befassen. Es wird die Umsetzung eines Klee – Bildes sein.